Wirtschaft in Schleswig-Holstein: Fair, gerecht, sozial.

Als Selbstständige sowie als Unternehmerinnen und Unternehmer in der AGS sind wir den Grundsätzen der Sozialdemokratie verpflichtet. Sozialdemokratische Unternehmenskultur steht für soziale Verantwortung und soziale Gerechtigkeit.

Die Stabilität und der Fortbestand einer Demokratie sind nur dann gewährleistet, wenn diese von jungen Menschen mitgetragen und mitgestaltet werden. „Demokratie braucht Demokraten“ muss die zentrale Bedeutung unserer Jugend- und Nachwuchsförderung in Beruf und Freizeit sein. Die AGS Schleswig-Holstein sieht darin eine wichtige Investition in die Zukunft.

Soziale Gerechtigkeit bedeutet für uns, die Bedürfnisse benachteiligter Menschen zu berücksichtigen. Gerecht wäre da eine Reform der sozialen Systeme mit dem Ziel, die Beiträge generationenübergreifend gleichermaßen für Unternehmen und Arbeitnehmer zu verteilen. Das ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und Maßstab einer zukunftsfähigen und sozial gerechten Wirtschafts- und Sozialpolitik ist die gesellschaftliche Solidarität. Gerecht wäre es, die Vermögenssteuer wieder einzuführen, das Rentenniveau wieder anzuheben, die gesetzliche Rentenversicherungspflicht für alle Berufsgruppen, einschließlich der Abgeordneten in den Parlamenten, sowie eine Bürgerversicherung einzuführen.

Unsere Position: Wir setzen uns dafür ein, das Rentenniveau wieder anzuheben, die gesetzliche Rentenversicherungspflicht für alle Berufsgruppen einzuführen einschließlich der Abgeordneten in den Parlamenten, die Versorgungswerke der freien Berufe aufzulösen, die Bürgerversicherung einzuführen und die Einführung eines Mindesthonorars für Selbstständige insbesondere für freiberufliche Lehrer und Dozenten.

In der Krankenversicherung wäre es ein weiterer notwendiger Schritt, die Beitragsbemessung für Selbständige in der gesetzlichen Krankenversicherung analog zu abhängig Beschäftigten einkommensabhängig auszugestalten und die Mindestbeiträge weiter abzusenken. Bei der Umgestaltung der sozialen Absicherung gilt ein Bestandsschutz für alle bestehenden Regelungen.

2. Ausbau sozialer Dienstleistungen.

Die wachsende Nachfrage nach Dienstleistungen betrifft viele Bereiche wie Bildung, Gesundheit und Pflege. In Zukunft wird insbesondere die professionelle Pflege pflegebedürftiger Menschen den Arbeitsmarkt stark beanspruchen. Aber auch bei anderen sozialen Dienstleistungen wie beispielsweise Kinderbetreuung für unter Dreijährige und bei den hauswirtschaftlichen Dienstleistungen ist mit einer Zunahme der Beschäftigten zu rechnen. Berechnungen zeigen heute, dass es in den Bereichen Pflege, Kinderbetreuung und häusliche Dienste einen erheblichen Wachstumsimpuls mit zusätzlichen Arbeitsplätzen geben wird.

Unser Position: Wir stehen für neue Fördermodelle, die z.B. Arbeitssuchende bei angemessener Entlohnung in den wachsenden Arbeitsmarkt sozialer Dienstleistungen qualifiziert. Dabei stehen Bildungsträger in besonderer Verantwortung für die Verwendung öffentlicher Gelder und die Bereitstellung nachhaltiger Qualifizierungsangeboten. Die AGS Schleswig-Holstein fordert darüber hinaus eine qualitative Verbesserung an Organisation und Struktur bei den Bildungsträgern. Geförderte Bildungsangebote müssen zudem stets evaluiert und auf Effizienz und Nachhaltigkeit überprüft werden.

3. Wirtschaft in die Schulen.

Die AGS steht für eine Kultur der Selbständigkeit in Schleswig-Holstein. Selbständigkeit ist eine Haltung und bedeutet neben großer persönlicher Freiheit und die Verwirklichung der eigenen Ideen auch Übernahme von Verantwortung. Die AGS setzt sich dafür ein, dass die Selbständigkeit an den Schulen und Hochschulen in Schleswig-Holstein gleichwertig zur abhängigen Beschäftigung vermittelt wird, denn die Zahl der zukünftigen Selbstständigen hängt auch von der Qualität einer frühzeitig geförderten Gründermentalität ab.

4. Forschung ist Zukunftsinvestition

Unser Land braucht eine intensivere Ausschöpfung der wirtschaftlichen Möglichkeiten durch Ausgründungen an den Hochschulen und Fachhochschulen. Ausgründungen kommt angesichts der von ihnen ausgehenden Impulse für Wirtschaftswachstum und strukturellen Wandel ein entscheidender Stellenwert zu. Das Land muss hier noch aktiver werden und die vorhandenen Ressourcen noch besser nutzen. Schleswig-Holstein braucht echte Startups mit Spitzentechnologien. Forschungs-Spin-offs sind meist hochinnovativ, der Anteil an Marktneuheiten aus diesem Bereich ist überdurchschnittlich hoch.

Unsere Position: Optimierung der Zusammenarbeit  zwischen wissenschaftlicher Exzellenz und anwenderorientierter Unternehmen. Wer mehr innovative Gründer will, muss auch die Bildungsangebote im technisch-akademischen Bereich erweitern.

5. Industrie 4.0

Eine zukunftsfähige  Industrie in Schleswig-Holstein setzt eine komplette digitale Vernetzung voraus – die digitale Infrastruktur; denn nur mit der  Bereitstellung aller relevanten Daten in Echtzeit ist es möglich, die Wertschöpfungskette im Hinblick auf Ressourcenverbrauch, Kosten, Verfügbarkeit und Kundenwünschen optimal zu steuern. Industrie 4.0 wird die Art und Weise, wie viele Menschen in Schleswig-Holstein arbeiten, grundlegend verändern. Die veränderten Arbeitsprozesse stellen an die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer höhere Anforderungen an Bildung, Ausbildung und Fähigkeiten. Vernetztes Denken und Vernetztes Handeln, sowie eigenverantwortliche Entscheidungen fordern neue Formen der Zusammenarbeit und Organisation.

Unsere Position: Wir brauchen in Schleswig-Holstein neue Wege in der beruflichen und akademischen Aus- und Weiterbildung, um die Chancen des Strukturwandels für die Beschäftigten zu verwirklichen.

6. Masterplan Handwerk

Das Handwerk ist eine wichtige Säule unseres Mittelstandes in Schleswig-Holstein. Handwerk bedeutet Vielfalt: Vom Dienst am Menschen im Gesundheitswesen bis zum künstlerischen Gestalten. Und Handwerk bedeutet Integration. Das Handwerk in Schleswig-Holstein steht vor großen Herausforderungen. Der demografische Wandel und die Digitalisierung erfordern gerade für kleinere und mittlere Betriebe neue Antworten. Viele Betriebe sind darauf noch nicht eingestellt. Dabei geht es insbesondere um die Fachkräfte von morgen, die Attraktivität der beruflichen Bildung, Vermeidung von Altersarmut, faire Arbeitsbedingungen, Tariflöhne, Erhöhung des Frauenanteils im Handwerk und eine mittelstandsfreundliche Vergabe von Bauleistungen.

Unsere Position: Erstellung eines Masterplans für das Handwerk in Schleswig-Holstein mit Themen wie Innovationsförderung, Digitalisierung, Flächenbereitstellung, Einführung eines  Meister-Tages und Erstellung einer  Dachmarke „Handwerk Schleswig-Holstein“.

7. Kreativität fördern

In Schleswig-Holstein ist die Kreativwirtschaft ein wichtiger Wirtschaftsfaktor mit mehr als 21.000 Menschen, die hauptberuflich als Kreative arbeiten. Für uns stehen die Kunstschaffenden und die Kreativen im Mittelpunkt, denn Kultur ist das, was uns miteinander verbindet. Kultur ist das was Neues schafft. Kultur ist nicht die Sahne auf dem Kuchen, sondern die Hefe im Teig“ (Johannes Rau).

Mit ihren vielen Teilmärkten (Musikwirtschaft, Buchmarkt, Kunstmarkt, Filmwirtschaft, Rundfunkwirtschaft, Markt für darstellende Künste, Designwirtschaft, Architekturmarkt, Pressemarkt, Werbemarkt, Software/Games-Industrie) besitzt die Kreativwirtschaft einen erheblichen Anteil an Wertschöpfung und bietet viele Beschäftigungsperspektiven, die es zu  fördern gilt. Kulturelle Güter verstehen wir als öffentliche Güter. Der ökonomische Markt stellt öffentliche Güter nur unzureichend zur Verfügung. Staatliche Kulturförderung ist nicht Subvention sondern, Investition. Kulturelle Bildung ist für eine sozialdemokratische Politik der sozialen Gerechtigkeit von zentraler Bedeutung, denn Kultur ist elementarer Bestandteil des vorsorgenden Sozialstaates, sie ist Bedingung eines selbstbestimmten Lebens, gerechter Teilhabe und sozialen Aufstiegs.

Unsere Position: Wir befürworten ein Staatsziel Kultur in der Verfassung. Um kreative Köpfe im Land zu halten, ist es notwendig, neben den bestehenden Fördertöpfen des Landes auch das Angebot an Mikrokrediten zu erweitern. Der Zugang zu Informationen über Förderung, Förderungsbedingungen und Beratungsangeboten für Kreative ist zu vereinfachen.

8. Exzellente Designwirtschaft – gerechte Honorare

Design ist viel mehr als nur das Fertigen schöner Bilder. Erst durch Design werden Konzepte, Produkte und Dienstleistungen vom Nutzer, vom Kunden aus betrachtet und durchdacht. Design verfügt über die wichtige Kompetenz, unsere Umwelt lebenswert zu gestalten. Auftraggeber der Designwirtschaft mit ihren vielfältigen Angeboten sind neben Privatpersonen und Unternehmen auch Kultureinrichtungen, Politik und die öffentliche Hand. 

Unsere Position: Gerade die öffentliche Hand hat als beispielhafter Auftraggeber von Designleistungen dafür zu sorgen, dass in Ausschreibungen und Vergaben die Leistung von Designerinnen und Designern gerecht und angemessen vergütet werden. Dumpinghonorare führen zur Altersarmut, deshalb muss die Vergabe von Aufträgen nach qualitativen Kriterien vergeben werden und nicht auf der Basis des billigsten Angebots. 

9. Straße, Schiene, Wasserwege

In Schleswig-Holstein stellt die Logistikbranche eine starke und wachsende Branche dar. Unser Land gilt als das Tor zu Skandinavien,  die Jütlandroute (A 7)  die Fehmarnbeltroute  (A1), die zahlreichen Hä̈fen des Landes sowie die Nähe zum Hamburger Hafen machen Schleswig-Holstein zu einer bedeutenden logistischen Drehscheibe, deren Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit weiter ausgebaut werden muss.

Unsere Position: Die AGS setzt sich für eine verstärkte Förderung des kombinierten Ladungsverkehrs ein. Dort, wo besonders hohe Verkehrsströme existieren, müssen die Straßen, Tunnelbauten und Brücken besonders entlastet werden. Darüber hinaus gilt es, weitere Logistikdrehscheiben und Güterverkehrszentren zu planen.

Unsere Position: Jeder Bürger in unserem Land soll gut und günstig seine Ziele im Land Schleswig-Holstein erreichen können. Dazu notwendig ist der Ausbau der S4 und S 21 im Hamburger Raum ebenso, wie die Schaffung bzw. Neugestaltung eines Nord-Tarifverbundes und Verkehrstaktes im ÖPNV sowie der Aufbau eines Car-Sharing-Systems für ganz Schleswig-Holstein. 

Unsere Position: Neue Wachstums- und Beschäftigungspotentiale schaffen mit dem Ausbau der Offshore Windindustrie, eine verbesserte Zusammenarbeit der schleswig-holsteinischen Häfen und die Schaffung verbesserter Umschlagskapazitäten für Schwerlasten. Dies gilt insbesondere für den Hafen Brunsbüttel. Darüber hinaus brauchen wir mehr staatliche Förderung für die Gestaltung von Zusammenschlüssen von kleineren Reedereien, Boots- und Yachtbauer und Meerestechnikbetriebe zur Steigerung der internationalen Wettbewerbs-fähigkeit.

10. Innovationspolitik stärken

Wir setzen uns für eine intensivere Ausschöpfung der wirtschaftlichen Möglichkeiten durch Ausgründungen an den Hochschulen und Fachhochschulen ein. Ausgründungen kommt angesichts der von ihnen ausgehenden Impulse für Wirtschaftswachstum und strukturellen Wandel ein entscheidender Stellenwert zu. Das Land  muss hier noch aktiver werden und die vorhandenen Ressourcen nutzen. Schleswig-Holstein braucht echte Startups mit Spitzentechnologien.