Armutszeugnis für den Wirtschaftsminister

Die Landesregierung darf die weitere Entwicklung und Ansiedlung von Industrieunternehmen in Schleswig-Holstein nicht weiter verschlafen. Unabdingbar für eine zukunftsorientierte Industriepolitik sind die Erstellung eines industriepolitischen Profils und eine Optimierung der Zusammenarbeit von Hochschulen und mittelständischen Unternehmen.

Die Schleswig-Holsteiner bleiben weiterhin im Lohnkeller der Republik und der Anteil von Industrieunternehmen an den Arbeitsplätzen im Lande sinkt weiter. Die aktuelle Studie des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) zeigt gravierende Defizite in der Wirtschaftspolitik der Landesregierung auf, die seit der Regierungsübernahme mit einem unzureichenden Fokus auf die Industriepolitik unterwegs ist.

Laut Wirtschaftsminister Buchholz solle sich das nun ändern. Gleiches hat er jedoch schon 2018 angekündigt, allerdings immer noch kein Konzept vorgelegt, wie das gelingen soll. Die Studie des IfW wirft Fragen für die Standortpolitik des Landes auf, denn neben dem Verlust von Industrieunternehmen ist auch die Zahl von Start-Ups und internationalen Patentanmeldungen in Schleswig-Holstein vergleichsweise niedrig.

Eine auf langfristigen Erfolg ausgerichtete Wirtschaftspolitik sieht anders aus. Schleswig-Holstein braucht eine starke Industrie, weil Industrieunternehmen unverzichtbare Wachstumsmotoren sind, sie sind das Rückgrat für den Export und Auftraggeber für viele Dienstleister. Exportierende Unternehmen stehen für Produktivität und Dynamik sowie für ein höheres Lohnniveau.“