Gründerzeit verschlafen

Laut aktuellem KfW-Bericht ist die Zahl der Existenzgründungen im Jahr 2019 erstmals seit fünf Jahren wieder gestiegen. Grund des Anstieges sind allerdings 85.000 Nebenerwerbsgründungen, während sich die Zahl der Vollerwerbsgründungen um 27.000 auf 228.000 verringerte.

Schleswig-Holstein nimmt im Gründungsranking der KfW nur einen bescheidenden 10. Platz ein. Zwar konnte das Land einen leichten Anstieg an Gründungen verzeichnen, doch kamen in den Jahren 2016 – 2018 auf 10.000 Erwerbstätige gerade mal 90 Gründungen, während Hamburg 146 Gründungen aufweisen konnte.

War der Ausblick für die Gründungstätigkeit 2020 bislang positiv, so wird die Corona-Pandemie viele Gründungspläne in Schleswig-Holstein erledigen. Einer der Gründe ist die mangelnde Unterstützung von Gründern durch die Landesregierung. Hier fehlen z.B. für solo-selbstständige Gründer immer noch geeignete Förderinstrumente.

Von ihrem Versprechen, in Schleswig-Holstein eine neue Gründerzeit entstehen zu lassen, ist Jamaika noch meilenweit entfernt. Wichtig wäre es gerade jetzt in Krisenzeiten, die Industrieunternehmen im Lande bei der Vernetzung mit innovativen Start-ups zu unterstützen, um den Austausch, die Kooperation und den Transfer zu verbessern. Davon könnten sowohl Gründer als auch die mittelständischen Industrieunternehmen in Schleswig-Holstein existenziell profitieren.