Soziale Marktwirtschaft reformieren

Die Corona-Pandemie hat viele Unternehmen, Freiberufler, Solo-Selbstständige und Kulturschaffende vor große Herausforderungen gestellt, häufig ging es um das nackte wirtschaftliche Überleben, trotz Überbrückungshilfen und Kurzarbeitergeld. Die Pandemie hat diverse Gerechtigkeitslücken aufgezeigt, eine gute Gelegenheit also, jetzt die Schwachstellen unserer Wirtschaftsordnung genauer zu analysieren und einen notwendigen Paradigmenwechsel einzuleiten.

Bei allen Erfolgen, die unser Wirtschaftssystem in den vergangenen Jahrzehnten vollbracht hat, war schon vor der Krise klar, dass wir mindestens eine Runderneuerung der Sozialen Marktwirtschaft brauchen, einen neuen Gesellschaftsvertrag, der alle Betroffenen mit ihren verschiedenen Bedürfnissen verbindet und nicht mehr auf Kosten der Natur und zu Lasten des sozialen Ausgleichs geht. Eine Garantie für Klimagerechtigkeit, Chancengleichheit und Wohlstand. Rendite um jeden Preis darf keine Zukunft mehr haben.

Dabei geht es besonders um eine bessere Balance zwischen ökologischen Erfordernissen, sozialer Sicherheit und marktwirtschaftlichen Anreizen mit der Schaffung eines effizienteren und gerechteren Steuer- und Sozialsystems. Ausgestattet mit Bausteinen wie z.B.

  • Vermögenssteuer
  • solidarische steuerfinanzierte Bürgerversicherung in den Bereichen Gesundheit, Pflege und Rente für alle (inkl. Beamte, Abgeordnete usw.)
  • Basisabsicherung, z.B. durch ein Bürgergeld
  • Ausfallgeld bei Kurzarbeit und Insolvenzschutz für Solo-Selbstständige

Mit der Gestaltung einer neuen „Sozial-ökologischen Marktwirtschaft“ kann unser Land zudem in Europa zum Vorreiter einer nachhaltigen Ökonomie werden, denn die Krisen der Zukunft werden immer europäische und globale Krisen sein.